Signatur Software
Was ist eine Signatur Software?
Eine Signatur Software ist ein Programm, welches für das Auslesen von qualifizierten und fortgeschrittene Signaturen benötigt wird. Durch diese Software kann eindeutig die Identität einer Person ermittelt werden, damit ein digitales Dokument als rechtswirksam und sicher anerkannt werden kann. Die Vergabestelle schreibt für bestimmte Verfahren eine digitale Signatur vor. Seit dem 18. Oktober 2018 wird die Kommunikation zwischen öffentlichen Auftraggebern und Bietern bei Vergaben oberhalb der Schwellenwerte ausschließlich auf elektronischem Weg abgewickelt. Damit die bereitgestellten Dokumente digital bearbeitet und eingereicht werden können, ist eine elektronische Signatur erforderlich. Diese wird mithilfe einer speziellen Signatur-Software, auch Signaturanwendungskomponente genannt, erzeugt. Je nach Art der elektronischen Signatur werden unterschiedliche Anforderungen erfüllt.
Mit dem evergabe Manager (AI Vergabemanager) kannst Du festlegen, welche Signatur von Bietern verwendet werden soll.
Informationen zum evergabe Manager
Funktion und Interaktion der Signatur Software
Wie funktioniert die Signatur Software im Detail? Die Signatur Software, oft auch Signaturanwendungskomponente genannt, erfüllt mehrere kritische Funktionen im elektronischen Signaturprozess. Sie übernimmt die Schnittstelle zwischen dem Signaturmedium (der Signaturkarte) und dem Dokument. Sie liest das auf der Chipkarte gespeicherte Qualifizierte Zertifikat aus und startet den kryptografischen Prozess.
Die Software ist auch dafür zuständig, das zu signierende Dokument zu hashen und diesen Hash-Wert in verschlüsselter Form an das Kartenlesegerät zu übermitteln, wo die eigentliche Signaturschlüsselerzeugung stattfindet. Nach der erfolgreichen Signatur durch die PIN-Eingabe durch Dich als Bieter bettet die Software die erzeugte digitale Signatur in das Dokument ein und stellt sicher, dass die Metadaten der Signatur (Zeitstempel, Zertifikatsinformationen) korrekt hinzugefügt werden. Nur durch dieses Zusammenspiel wird die Unversehrtheit des Dokuments garantiert.
Die Rolle der Signatur Software in der E-Vergabe
Die Umstellung der Kommunikation auf den elektronischen Weg im Vergabeverfahren oberhalb der Schwellenwerte seit dem 18. Oktober 2018 hat die Signatur Software zu einem unverzichtbaren Werkzeug gemacht. Sie ermöglicht die digitale Signatur von Angeboten, Teilnahmeanträgen und Eigenerklärungen.
Öffentliche Auftraggeber legen in der Ausschreibung fest, welche Signaturart (einfach, fortgeschritten oder qualifiziert) erforderlich ist. Für die juristisch stärkste Form, die Qualifizierte Elektronische Signatur, ist die Signatur Software zwingend notwendig, um die Einhaltung der Formvorschriften, wie sie in der Vergabeverordnung (VgV) und den Vergabe- und Vertragsordnungen festgelegt sind, zu gewährleisten. Die Software trägt somit direkt zur Rechtswirksamkeit der elektronisch eingereichten Unterlagen bei und stellt sicher, dass das Angebot im Vergabewettbewerb nicht aufgrund von Formmängeln ausgeschlossen wird.
Anforderungen und Kompatibilität
Die Kompatibilität der Signatur Software ist ein wesentlicher Faktor. Sie muss nicht nur mit den verschiedenen Kartenlesegeräten (insbesondere Klasse 3 Sicherheitslesern) kompatibel sein, sondern auch mit den auf den Signaturkarten verwendeten digitalen Zertifikaten unterschiedlicher Qualifizierter Vertrauensdiensteanbieter.
Darüber hinaus muss die Software die elektronischen Dokumentenformate (wie PDF) so verarbeiten können, dass die Signatur sicher und prüfbar eingebettet wird. Die Vergabestelle nutzt ihrerseits eine entsprechende Prüfsoftware, um die Gültigkeit des Zertifikats, den Zeitstempel und die Unversehrtheit des Dokuments nach dem Signaturvorgang zu verifizieren. Die Signatur Software unterstützt Dich als Bieter bei der Verwaltung Deines digitalen Zertifikats und der Vorbereitung zur fristgerechten elektronischen Angebotsabgabe.