NUTS-Code

Was ist ein NUTS-Code?

Die NUTS-Codes („Nomenclature of Territorial Units for Statistics“) sind ein verbindliches Instrument zur geografischen Klassifizierung von Regionen innerhalb der Europäischen Union. Sie werden in der öffentlichen Auftragsvergabe vor allem für EU-weite Ausschreibungen benötigt, um den Ort der Leistungserbringung eindeutig zu definieren. Der NUTS-Code ist insbesondere bei der Veröffentlichung von Ausschreibungen auf TED (Tenders Electronic Daily) vorgeschrieben. Damit erfüllen sie eine doppelte Funktion: statistische Erfassung und rechtlich verbindliche Standortzuordnung für Vergabeverfahren.

Bedeutung der NUTS-Codes im Vergabeverfahren

Für öffentliche Auftraggeber ist die korrekte Angabe der NUTS-Klassifikation in der Bekanntmachung Pflicht. Dies gilt sowohl für die Vorinformationen zu einem Auftrag als auch für die endgültige Ausschreibung. Die NUTS-Codes ermöglichen eine eindeutige regionale Zuordnung und erleichtern es Unternehmen, relevante Ausschreibungen gezielt zu identifizieren. In der Praxis nutzen Bieter Datenbanken und elektronische Vergabeplattformen, um auf Basis der NUTS-Codes Ausschreibungen in bestimmten Regionen zu filtern. Dies erhöht die Transparenz und erleichtert die Teilnahme am Wettbewerb.

Vor allem bei EU-weiten Vergabeverfahren spielen die NUTS-Codes eine Rolle. Hier muss der Öffentliche Auftraggeber im Bekanntmachungstext neben seinen Daten, wie offizielle Bezeichnung, Adresse und Kontaktdaten, auch die entsprechende NUTS-Klassifizierung angeben. Auf diese Weise kann der Auftrag eindeutig regional zugeordnet werden.

Aufbau und Hierarchie der NUTS-Codes

Die NUTS-Codes bestehen aus einer Kombination von Buchstaben und Zahlen und sind hierarchisch in drei Ebenen unterteilt:

  • NUTS-1: Größte territoriale Einheit, z. B. ein Bundesland in Deutschland, mit einer typischen Bevölkerungsgröße zwischen 3 und 7 Millionen Einwohnern.

  • NUTS-2: Basisregionen, z. B. Regierungsbezirke in Deutschland, mit 800.000 bis 3 Millionen Einwohnern; dienen der regionalpolitischen Steuerung.

  • NUTS-3: Kleinste Einheit, z. B. Landkreise oder kreisfreie Städte in Deutschland, mit 150.000 bis 800.000 Einwohnern; relevant für spezifische Diagnosen und detaillierte regionale Statistiken.

Die Codes werden laufend aktualisiert und können bei SIMAP/TED abgerufen werden, um die aktuelle Klassifizierung sicherzustellen.

Abgrenzung zu CPV-Codes

Während NUTS-Codes die räumliche Zuordnung von Aufträgen beschreiben, dienen CPV-Codes (Common Procurement Vocabulary) der Klassifikation von Leistungen oder Produkten. Beide Codesysteme sind bei EU-weiten Ausschreibungen verpflichtend: NUTS für die geografische Lage, CPV für den Inhalt der Leistung. Zusammen bilden sie die Basis für die systematische Erfassung, Suche und Analyse von Ausschreibungen auf europäischer Ebene.

Praktische Bedeutung für Auftraggeber und Unternehmen

Für Auftraggeber gewährleisten NUTS-Codes die korrekte Regionalisierung von Ausschreibungen, insbesondere bei der Veröffentlichung auf TED oder nationalen Vergabeplattformen. Sie helfen, die Vorschriften der EU über die Transparenz von Vergabeverfahren einzuhalten und erleichtern die Überwachung der regionalen Verteilung von Aufträgen. Für Unternehmen sind die Codes ein wichtiges Filterinstrument, um Ausschreibungen in relevanten Regionen gezielt zu identifizieren und die Teilnahme zu planen. Plattformen wie evergabe.de unterstützen dabei, NUTS-Codes automatisch korrekt zu integrieren, sodass die Bekanntmachungen formal und inhaltlich rechtskonform veröffentlicht werden können.

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