Neues Steuerungsmodell (NSM)
Was versteht man unter Neues Steuerungsmodell (NSM)?
Das Neue Steuerungsmodell (NSM) ist ein Konzept zur Modernisierung der öffentlichen Verwaltung, das auf betriebswirtschaftlichen Prinzipien basiert. Es zielt darauf ab, Verwaltungseinheiten nach Leistungs- und Wirkungszielen zu steuern, anstatt nur nach finanziellen Ressourcen – insbesondere auf kommunaler Ebene.
Grundprinzipien und Ziele des Neuen Steuerungsmodells
Das NSM wurde Anfang der 1990er-Jahre von der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) entwickelt. Ziel war es, die öffentliche Verwaltung effizienter, transparenter und kundenorientierter zu gestalten. Im Mittelpunkt steht dabei der Übergang von der traditionellen Inputsteuerung (Mittelverwendung) hin zur Output- bzw. Wirkungssteuerung (Ergebnisorientierung). Wichtige Merkmale des NSM sind:
Trennung von Politik und Verwaltung: Die politische Ebene legt Ziele fest, während die Verwaltung eigenverantwortlich deren Umsetzung übernimmt.
Dezentrale Ergebnisverantwortung: Fachbereiche erhalten umfassendere Entscheidungs- und Finanzkompetenzen.
Produktorientierung: Leistungen der Verwaltung werden als "Produkte" definiert, kalkuliert und bewertet.
Kontraktmanagement: Zielvereinbarungen zwischen Steuerungseinheiten und Fachbereichen sichern Transparenz und Rechenschaft.
Zentrales Controlling: Eine eigenständige Einheit überwacht Kennzahlen, Budgets und Zielerreichungen.
Wirkungsorientierung: Statt reiner Outputmessung rückt zunehmend der gesellschaftliche Nutzen in den Fokus.
Wie funktioniert das Neue Steuerungsmodell in der Praxis?
Das Modell überträgt betriebswirtschaftliche Steuerungsmechanismen – wie Kosten- und Leistungsrechnung, Budgetierung und Berichtswesen – auf öffentliche Organisationen. Dadurch können Verwaltungen ihre Leistungen vergleichbar darstellen, Kosten transparent machen und Ressourcen gezielter einsetzen.
In vielen Kommunen wurde das NSM im Rahmen der Verwaltungsmodernisierung eingeführt. Vollständig umgesetzt wurde es jedoch selten, da eine rechtliche Verpflichtung fehlte und die organisatorische Umstellung umfassende Veränderungen erforderte. Stattdessen wurden häufig einzelne Elemente – beispielsweise Produkthaushalte oder Zielvereinbarungssysteme – übernommen.
Aktuelle Entwicklungen und Weiterführungen
Heute dient das NSM häufig als Grundlage für modernere Ansätze wie die wirkungsorientierte Verwaltungssteuerung und das New Public Management (NPM). Zudem fließen zunehmend Digitalisierung, E-Government und datenbasierte Entscheidungsprozesse in die Weiterentwicklung des Modells ein. Diese ermöglichen es, Leistungen nicht nur effizienter, sondern auch transparenter und bürgernäher zu gestalten. Zentrale aktuelle Themen im Kontext des NSM sind beispielsweise:
Einführung von Kennzahlensystemen zur Wirkungsmessung öffentlicher Leistungen
Nutzung von Business-Intelligence-Tools im kommunalen Controlling
Aufbau von integrierten Steuerungssystemen, die Nachhaltigkeits- und Wirkungsziele berücksichtigen
Verknüpfung mit Digitalstrategien und Smart-Government-Initiativen
Warum ist das Neue Steuerungsmodell heute noch relevant?
Obwohl das klassische NSM in seiner ursprünglichen Form kaum flächendeckend umgesetzt wurde, prägt sein Denken moderne Verwaltungssteuerung bis heute. Es hat den Grundstein gelegt für eine leistungsorientierte, ergebnisbezogene und bürgerfreundliche öffentliche Verwaltung, die zunehmend auf datengetriebene Steuerung und Transparenz setzt.