Bundeshaushaltsordnung (BHO)

Was ist die Bundeshaushaltsordnung (BHO)?

Die Bundeshaushaltsordnung (BHO) ist ein Bundesgesetz, welches die Haushaltswirtschaft des Bundes regelt. Sie wurde am 19.08.1969 erlassen und ist seit dem 01.01.1970 in Kraft. Der aktuelle Stand der Fassung ist der 30.09.2025. Der dort verankerte Grundsatz der wirtschaftlichen Haushaltsführung gilt auch bei der Vergabe öffentlicher Aufträge. Die BHO ist zu beachten, soweit speziellere Regelungen des Vergaberechts nicht greifen. Auf Landesebene existieren entsprechende Landeshaushaltsordnungen.

Hier die BHO lesen.

Bedeutung und rechtliche Einordnung der BHO

Die Bundeshaushaltsordnung bildet das Fundament für die finanzielle Steuerung des Bundes und wirkt weit über die reine Haushaltsplanung hinaus. Sie definiert verbindliche Grundsätze wie Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit, Transparenz und Zweckbindung staatlicher Mittel. Diese Leitprinzipien prägen auch die Vergabepraxis, da jede Beschaffung dem Ziel dienen muss, öffentliche Gelder effizient einzusetzen. Die BHO fungiert damit als übergeordnete Norm, die alle Entscheidungen im Beschaffungsprozess begleitet, insbesondere wenn spezielle vergaberechtliche Vorschriften keine detaillierten Regelungen treffen.

Darüber hinaus enthält die BHO Vorgaben zur Planung, Bewirtschaftung und Kontrolle des Haushalts sowie Anforderungen an Dokumentations- und Nachweisführung, die auch im Vergabekontext unmittelbar Bedeutung entfalten. Für die Verwaltung stellt sie sicher, dass Mittel nur bei tatsächlichem Bedarf und nach nachvollziehbaren Kriterien vergeben werden.

Verhältnis der BHO zum Vergaberecht

Obwohl die BHO kein klassisches Vergabegesetz ist, greift sie immer dann, wenn das spezifische Vergaberecht keine abschließenden Regelungen trifft. Sie beeinflusst daher insbesondere die Bedarfsermittlung, die Kostenprüfung, die Haushaltsklarheit und die Mittelbewirtschaftung. Der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit verpflichtet Auftraggeber dazu, Beschaffungen so zu gestalten, dass ein optimaler Einsatz der Haushaltsmittel gewährleistet bleibt. Dies umfasst die Auswahl geeigneter Verfahrensarten, die sachgerechte Schätzung des Auftragswerts und die rechtssichere Vergabeentscheidung.

Praktische Relevanz für Auftraggeber und Unternehmen

Für öffentliche Auftraggeber bedeutet die Beachtung der BHO, dass jede Vergabeentscheidung haushaltsrechtlich belastbar sein muss. Fehler in der Haushaltsführung können dazu führen, dass Vergaben rechtswidrig werden oder Haushaltsmittel gesperrt werden. Unternehmen wiederum profitieren indirekt, da klar strukturierte haushaltsrechtliche Vorgaben zu größeren Transparenz- und Planungssicherheiten führen.

Die BHO sorgt somit für ein geordnetes, effizientes und rechtssicheres Verwaltungshandeln und stellt sicher, dass der Einsatz öffentlicher Mittel nachvollziehbar und kontrollierbar bleibt.

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