Bauwerksdatenmodellierung

Was versteht man unter Bauwerksdatenmodellierung?

Die Bauwerksdatenmodellierung, international bekannt als Building Information Modeling (BIM), ist eine digitale Methode zur integrierten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken. Sie basiert auf einem zentralen, digitalen Modell, das sämtliche relevanten Informationen zu einem Bauprojekt strukturiert erfasst und über alle Projektphasen hinweg verfügbar macht.

Im Unterschied zu klassischen 2D-Plänen bietet BIM eine modellgestützte, dreidimensionale Darstellung des Bauwerks. Dabei werden nicht nur geometrische Daten, sondern auch technische, zeitliche und wirtschaftliche Informationen einbezogen. So lassen sich beispielsweise Bauabläufe simulieren, Materialeigenschaften analysieren oder Betriebskosten kalkulieren, noch bevor der erste Spatenstich erfolgt.

Ein wesentlicher Vorteil liegt in der verbesserten Zusammenarbeit: Alle Projektbeteiligten, von der Planung über die Bauausführung bis hin zum Gebäudebetrieb – arbeiten auf Basis desselben Datenmodells. Das reduziert Informationsverluste, minimiert Planungsfehler und erhöht die Transparenz über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks.

Bauwerksdatenmodellierung im Vergaberecht

Auch im öffentlichen Auftragswesen gewinnt BIM zunehmend an Bedeutung. Rechtlich verankert ist der Einsatz von digitalen Planungsmethoden in § 12 Abs. 2 Vergabeverordnung (VgV) sowie in § 12 Abs. 2 Sektorenverordnung (SektVO). Dort heißt es, dass öffentliche Auftraggeber bei der Beschreibung der Leistung „elektronische Mittel“ wie BIM vorschreiben dürfen, sofern dies sachgerecht und verhältnismäßig ist.

Insbesondere bei komplexen Bauvorhaben oder Planungswettbewerben kann der Einsatz von BIM verpflichtend vorgegeben werden, um eine höhere Planungsqualität, bessere Kostentransparenz und effizientere Projektabwicklung zu erzielen. Durch die Möglichkeit zur frühzeitigen Kollisionsprüfung und Simulation von Bauabläufen lassen sich zudem Folgekosten vermeiden und Bauzeiten optimieren.

Praxisanwendung mit evergabe.de

Öffentliche Auftraggeber, die BIM-basierte Projekte ausschreiben möchten, können den evergabe Manager nutzen, um ihre Anforderungen strukturiert und rechtssicher zu formulieren. Die Plattform unterstützt bei der Erstellung der Vergabeunterlagen und bietet Funktionen zur digitalen Kommunikation und Dokumentation, die auf den Einsatz modellbasierter Planungsdaten abgestimmt sind.

Die Anwendung von BIM stellt neue Anforderungen an alle Beteiligten, sowohl technisch als auch organisatorisch. Wer BIM in Vergabeverfahren einsetzen möchte, sollte sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen, den technischen Standards und den praktischen Umsetzungsmöglichkeiten vertraut machen. Das Academy Schulungsangebot bietet hierzu gezielte Weiterbildungen und Praxisbeispiele.

 
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